OTZ testet außergewöhnliche Sportarten

Sunday, 17. February 2013

Von Dominique Lattich

Saalfeld. "Geht ruhig ordentlich ran Jungs, das ist ja hier kein Frauensport." Nach einer kurzen Pause fügt Coach Thomas Friedrich hinzu: "Naja, nur heute ist es mal einer." Die OTZ testet sich in den nächsten Wochen durch außergewöhnliche Sportarten. Am Sonntagabend begann die Testreihe mit American Football: das Training der Saalfeld Titans e.V.
So ganz ohne blaue Flecke kommt man wohl nicht heraus, weswegen die Mannschaft wohl derzeit auch nur aus Männern zwischen 15 und 40 Jahren besteht - Frauen können sich aber auch in den Verein einbringen. "Schnelle, kantige Bewegungen sind wichtig, Richtungsandeutungen und schnelle Drehungen, um den Gegner zu verwirren", rät der Vizepräsident des Vereins, André Zschernitz, der selbst aktives Mitglied ist. Und auf diese Taktiken stützt sich auch die Erwärmung. Schnelle und koordinierte Schrittfolgen werden abverlangt - ebenso wie Disziplin, die nicht zuletzt durch die Freude an dieser Sportart von ganz - allein zu kommen scheint. Gut die erste von den insgesamt zwei Trainingsstunden findet noch ohne Ausrüstung statt. Die ist auch nicht vom ersten Tag an Pflicht - wer möchte, kann sich zunächst auch kostenlos eine ausleihen. Was brauche ich sonst noch? "Man benötigt keine besonderen Voraussetzungen. Jeder der Interesse an Teamsport und Bewegung hat, ist bei uns gut aufgehoben. Ob groß oder klein, dick oder dünn für jeden gibt es im Football entsprechend seiner eigenen Stärken gleichermaßen Verwendung", sagte der Präsident des Vereins, Christopher Mielke.
American Football könne als Trendsport mit zunehmender Begeisterung gesehen werden. "Allerdings trifft diese Feststellung auch auf die letzten 20 Jahre zu. Der Football kämpft nach wie vor um seine Anerkennung als Sportart der Fußballfamilie in Deutschland und besonders auch in Thüringen. Hier wirken wir mit, damit aus dem Trend Tradition wird", so Mielke.
Coach Thomas Friedrich sorgt für die ständige Erneuerung der Trainingseinheiten. "Ich spiele selbst in Jena, da kann man viel mitbringen." Dennoch sei eine zum Teil gleichbleibende Basis wichtig für die Automatisierung der Erwärmungsübungen. Des Weiteren wird die saubere Durchführung verschiedener Spielzüge individuell durchgearbeitet. "Der Verein ist darauf gerichtet, in den Wettkampfbetrieb zu gehen. Derzeit werden allerdings Spieler gesucht, sodass sich das Training zwar am Ziel orientiert, aber der Football an sich Freizeitsport darstellt", erklärt der Vereinspräsident.
Derzeit besteht der Verein Saalfeld Titans e.V. aus 41 Mitgliedern in drei Abteilungen: fünf Cheerleader, zehn Fußballer und 26 Footballer. Dazu kommen zwei abteilungsfreie Mitglieder.
Auch einen Tag später hängt das Training noch ein bisschen in den Knochen und blaue Flecke auf der Haut - einfach ist es nicht, aber der Spaßfaktor am American Football ist enorm hoch. Das Gefühl der Zugehörigkeit kommt bei jedem Spieler an: trotz individueller Trainingsarbeit zählt das Team. Gegenseitig pushen sich Footballer, nicht zuletzt um das Ziel, in den Wettkampfbetrieb gehen zu können, erfüllt wird.