Neuer Gegner, neue Erfahrungen.

Sunday, 17. May 2015

+++ Landesliga Ost: Berlin Kobras vs. Saalfeld Titans +++

Neuer Gegner, neue Erfahrungen

Mit 66:06 ging auch das dritte Saisonspiel für die Saalfeld Titans verloren. Michael Saier, einer der wenigen Spieler der Titans, der über Ligaerfahrungen verfügt, fasste es nach dem Spiel gegen die Berlin Kobras wie folgt zusammen: "Großer Respekt ans Team für diesen Leistungswillen und -einsatz. Das spielerische Niveau in der Landesliga Ost ist schon sehr hoch. Da kannst du als Mannschaft, die ihre erste Saison bestreitet nur Erfahrungen sammeln und zusehen, dass du nicht komplett unter die Räder kommst."

Saalfeld begann diesmal mit dem Kick-Off und wurde direkt auf dem falschen Fuß erwischt. Den Return führten die Kobras direkt zum Touchdown und so lagen die Titan bereits nach wenigen Sekunden 06:00 im Rückstand. Die Taktik, das Spiel ruhig und konzentriert zu beginnen und die Unruhe in den Anfangsminuten abzulegen, war damit gleich über den Haufen geworfen. Doch man verfiel zunächst nicht weiter in Hektik, sondern versuchte sich ins Spiel zurückzukämpfen. Dennoch schlug Berlin nochmals und entschied das erste Quarter mit 14:00 für sich.

Die psychische Beanspruchung der Saalfelder Spieler ist momentan aufgrund der kleinen Kaderdecke enorm. Fast alle Spieler müssen auf zwei oder mehreren Positionen auflaufen und entsprechend viele Spielzüge lernen, was sich auf die Konzentration und letztlich auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. Mit anderen Worten: Die Schusselfehler und das Mü-zu-spät führen die Gegner derzeit immer wieder zum Erfolg. Und das sollte auch im zweiten Quarter Bestand haben. Jetzt war nur noch Berlin am Spielen und die Titans verloren komplett den roten Faden. Mit weiteren satten 28 Punkten für die Kobras ging es in die Halbzeitpause.

Beim Stand von 42:00 muss man erst einmal die richtigen Worte suchen, um die Spieler zu motivieren, nicht aufzugeben und sich der zweiten Hälfte zu stellen. Man setzte auf die Statistik und die Tatsache, dass die Titans im dritten Quarter bisher nie einen Punkt zuließen und man im letzten Spiel Punkte erzielt hatte.

Und auch diesmal schien das dritte Quarter wieder das der Titans zu werden. Man konnte lange gegen Berlin mithalten und die Defense hielt die Gegner nun besser auf. Auch die Offense hatte nun die Lücken entdeckt und brachte sich zunehmend besser ins Spiel. Doch kurz vor Ende des dritten Quarters musste man erneut zwei Touchdowns mit je zwei Extrapunkten durch die Gastgeber hinnehmen und mit 58:00 ins letzte Quarter starten.

Bei nur 21 angereisten Spielern wuchs nun auch die Bank der Verletzten oder Angeschlagenen. Das Spiel drohte nun zur einer herben Klatsche zu werden, doch eins haben die Titans bisher in allen ihren Spielen bewiesen: Aufgeben gibt es nicht! Und das sollte sich auszahlen. Denn bei den Berlinern gingen die Kräfte zu Ende und Konzentrationsfehler schlichen sich ein. Saalfeld bestimmte das vierte Quarter und erzielte durch Ersatzquarterback Thomas Friedrich endlich den Ehrentouchdown. Leider sorgte eine Interception eine Minute vor Schluss für den deutlichen Endstand von 66:06.

"Berlin war ein harter Gegner und wir haben heute wieder sehr viel dazugelernt. Während Radebeul überwiegend auf Laufspielzüge gesetzt hat, spielte Berlin bevorzugt lange Pässe und überraschte uns zunächst mit seinen Onside-Kicks. Jetzt haben wir einen Monat Zeit, zu verschnaufen und uns auf das Heimspiel gegen die Halle Falken vorzubereiten. Dann greifen wir wie immer voll an und versuchen das Ergebnis zu unseren Gunsten zu optimieren", sagte der bereits wieder lächelnde Linecoach Martin Pažitný nach dem Spiel.